Der Fluch des Working Holiday Visa

Im Backend und im IT-Sicherheitsbereich gibt es kaum Fixed-Term / Short-Term / Contract Jobs und wenn dann will man Senior-Mitarbeiter, am besten mit NZ Erfahrung. Leider ist man mit dem Working Holiday Visa zu sehr eingeschränkt und darf keine permanente Stelle annehmen. Sobald der Arbeitgeber das Wort Working Holiday Visa liest und sich überlegt, dass seine Backend Software zu komplex ist oder das Vertrauen für Pentesting fehlt, landet meine Bewerbung vermutlich sofort im Papierkorb. Lukas dagegen hat mit seiner vielen Frontend Erfahrung schon vor unserer Ankunft einen tollen Job mit netten Kollegen gefunden.

Nach über 100 Bewerbungen innerhalb der ersten 5 Wochen, wovon etwa nur jede 20. ein Bewerbungsgespräch nach sich zog, bin ich sehr enttäuscht vom diesem Arbeitsmarkt. Die Gespräche waren teilweise echt gut und die Firmen cool (tolle Aufgaben, nette Kollegen, NZ typische friday beers, Tischtennis), aber ich war mit meinem Visum dann doch nicht die erste Wahl.

Diese ganzen Recruiting-Firmen, von denen es hier viel zu viele gibt, nerven furchtbar. Diese suchen nur den perfekten passenden Mitarbeiter für ihre Kunden und den entsprechenden Arbeitgeber erfährt man nicht. Somit bleiben weniger Stellenausschreibungen übrig, denen man die potentielle Firma und die benötigten Skills entnehmen kann.

Auf einer Temp Platform, auf der ich Mitglied bin, wird IT zu Dumpingpreisen angeboten. Der Manager hat mir geraten, dass Temps ohne Bewertungen und NZ Erfahrung etwa mit 40$ (ca. 23€) pro Stunde anfangen können. In Anbetracht der Risiken und Kosten für Urlaubstage, Krankheitstage und Arbeitslosigkeit ziemlich inakzeptabel.

Jetzt wäre es einfacher für mich gewesen ohne Partner, der einen festen Job hat, hier zu sein. Dann wäre ich nicht gebunden an diesen Ort. Eventuell kommt die Alternative sich zu trennen (nicht beziehungstechnisch) später in Frage, sobald wir genug von Neuseeland gesehen haben. Dann kann ich mein Geld wenigstens fürs Reisen zum Fenster rauswerfen.

Inzwischen sehe ich mich nach Alternativen um (bezahlte Frontend-Praktika und Backpackerjobs). Ist auch gar nicht so einfach wenn man einerseits überqualifiziert ist, andererseits auch fürs Kellnern Erfahrung vorausgesetzt wird und es Backpacker-Konkurrenz wie Sand am Meer gibt.

Diese Woche ist mit drei IT-Bewerbungsgesprächen und einem Probearbeitstag (Erbeeren verkaufen) endlich mal richtig gut und wird hoffentlich Früchte tragen! Ein Gespräch davon ist mit Laura, sie hat eine verdammt coole Firma und ist eine große Nummer in der lokalen IT-Sicherheitsbranche!

Drückt mir die Daumen! Und falls irgendwer Tipps oder Connections nach Auckland hat, gerne her damit!

2 Kommentare bei „Der Fluch des Working Holiday Visa“

  1. Liebe Becks,
    die Jobsuche ist ja echt nervig. Wir drücken Dir alle Daumen!
    Das wunderbare Kiwi-Country ist jede Mühe wert…. und das Beste kommt ja
    bekanntlich zum Schluß: EURE RUNDREISE! Keep the faith, WOLL 🙂
    Liebe Grüße aus dem herbstlichen Schauerland! Mesi

  2. Jeder, der nicht vom Fach kommt, ist jetzt bestimmt genauso durcheinander wie ich, mit den Begriffen wie Backend, Frontend, Pentesting,…
    Zumindest Back-packer ist mir ein Begriff 🙂
    Liebe Becks, ich drücke dir weiter die Daumen und wünsche dir, dass du die Wartezeit sinnvoll nutzen kannst. Vielleicht ist ein Fernaufbaukurs, der dir in Deutschland wieder nützt auch eine Idee?
    Aber Hauptsache ist, dass du euren Aufenthalt bei den Kiwis genießt und dich von der Jobsuche nicht unterkriegen lässt! Also don’t worry too much!
    Teresa

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