Lange haben wir gebraucht, um uns endlich für ein Auto zu entscheiden.
Unsere ersten Wochenenden haben wir oft auf Auto Märkten (Car Fair) oder bei Anbietern von ausgebauten Campervans verbracht.
Klar ist, dass wir mit dem Autokauf Verluste machen werden, da wir am Anfang der Hauptsaison kaufen und am Ende verkaufen wollen. Aber der Verlust nach dem Weiterverkauf ist verschmerzbar, da es trotzdem deutlich günstiger als Mieten ist!
Vor ein paar Wochen waren wir schon kurz davor einen alten, aber gemütlichen Van eines Backpackers zu kaufen. Glücklicherweise waren wir mit dem Auto aber noch bei einem Mechaniker und der hat uns vom Kauf abgeraten. Er hatte einiges zu bemängeln, unter anderem ein größeres Ölleck.
Danach haben wir uns das sehr gut durchdachte und ausgebaute Auto von zwei perfektionistischen Franzosen angesehen. Das hätten wir sehr gerne gehabt, jedoch waren auch diese Backpacker letztendlich nicht ehrlich. Bei der Internet-Auktion ist der Mitsubishi von 2008 für 18.000 NZD verkauft worden und wir sind uns ziemlich sicher, dass da ein paar Freunde den Preis deutlich in die Höhe getrieben haben.
Letztendlich haben wir uns für einen Händler entschieden, der alte Vans ausbaut. Nesar, ein netter Afghane war mit Abstand der sympathischste von den Händlern, die wir auf den Car Fairs kennen gelernt haben. Die anderen waren teilweise schmierige Gestalten, die mehr vom Profit getrieben wurden und nicht auf unsere Wünsche eingehen wollten. Einen Kerl haben sogar dabei beobachtet, wie er regelmäßig mit einem Kübel Wasser versuchte das Ölleck unter seinem Auto wegzuwaschen.
Nesar hat uns für 8900 NZD einen alten Toyota Hiace (1993, Longwheelbase) angeboten, inklusive self-contained Ausbau nach unseren Vorstellungen. Der Wagen hat (auch laut History Check) jedoch nur 190000 km gelaufen und der unabhängige Mechaniker hat nach seinem Check gemeint, dass der Wagen für sein Alter gut in Schuss sei. Danach haben wir Nesar mit Listen, Abnahmekriterien und Beispielbildern bombardiert. Ich denke, er wird sich künftig überlegen, ob er nochmal Kunden wie uns haben will 🙂
Jedenfalls hat er sich zwar sehr viel Zeit gelassen, aber er hat den Ausbau nach unseren Wünschen sehr gut hinbekommen! Es ist zwar nicht alles perfekt, aber die Kleinigkeiten kriegen wir schon selber hin. Zum Beispiel haben sie wegen unserem schmaleren Bett (da ist noch ein Schrank daneben) die Matratzen abgeschnitten und die Bezüge so schlecht vernäht, dass sich der Faden schon vor der ersten Nacht wieder gelöst hat.
Gut übrigens, dass mein Opa mir beigebracht hat, einen Teil des Lohns für Handwerker oder Bauarbeiter zurück zuhalten, solange nicht alles komplett fertig ist! Nesar ist auch noch nicht ganz fertig und wir müssen für ein paar Nachbesserungen nochmal hin – mit beschriebener Methode legt er sich jetzt hoffentlich ins Zeug!
Unsere Freizeit verbringen wir am liebsten im Warehouse (sowas wie Ikea, nur weniger Möbel und mehr Billig-Ramsch). Man muss sich für einen Gaskocher, die Größe der Gasflasche, Aufbewahrungsboxen in den passenden Größen, Bettzeug, eine Solardusche, Kochutensilien, etc… entscheiden. Da wir auch ein klein wenig perfektionistisch sind, ist das seeehr nervenzehrend!
Gerade nochmal Glück haben wir mit unserer Garage! Autos bis zu 2 Meter Höhe sollen laut Beschilderung hinein passen – kein Problem also mit einem 1,92 Meter hohen Campervan, dachten wir! In die Garage passt das Auto jedenfalls gut. Das 2m Warnschild musste ich anfangs jedoch immer hochhalten, damit das Auto hindurch passte. Die Kiwis haben sich jedesmal einen Ast abgelacht, wenn sie mich dabei gesehen haben. Lukas hat sich dann sofort mit unserer sehr unfreundlichen Building Managerin angelegt, die nichts von Geometrie verstehen will. Inzwischen ist das Auto durch den Holz-Ausbau aber einige Kilos schwerer und wir müssen uns nicht mehr mit dem ignoranten Strohkopf herumschlagen. Wie gut der Van jetzt mit dem Gewicht des Ausbaus hindurch passt: siehe Bilder!
Steffen ist ein alter Freund meines Schwagers, der mit seiner kanadischen Frau (noch) in Auckland lebt. Er meinte, dass der typische Neuseeländer einfach jedesmal gegen das Schild gefahren wäre. Eigentlich mag ich diese Einstellung, das Auto als Gebrauchsgegenstand anzusehen. Was nicht passend ist, wird halt passend gemacht!












Klasse Auto! Auf in die Wochenendabenteuer! Mit Dusche und Toilette, ist das eine saubere Sache 🙂
Danke für die tollen Berichte und insider Anekdoten, Becks! Schade, dass wir euch wohl nicht besuchen können mit den 28 Kindern 😉
Wie klappt eigentlich das Fahren auf der falschen Seite? Die Kreisverkehre sind besonders spannend, oder?
LG aus Bayern, Teresa
Das mit dem Fahren klappt eigentlich ganz gut. Haben in Australien, Schottland und Südafrika ja schon genug geübt 🙂
Nur das mit dem blinken in Kreisverkehren ist hier irgendwie komisch. Da hält uns bestimmt bald ein freundlicher Polizist an, um uns die Regeln zu erklären 😀