Zwei Welten im Vergleich

Auf allen Reisen gibt es jedesmal Dinge, die man aus Deutschland vermisst, sowie Dinge, die man lieben lernt und zu Hause nicht haben kann. Jetzt kommen die ganzen Vor- und Nachteile hier, die ich bisher erkennen konnte. Achtung, ich kotze mich jetzt aus!

 

Fangen wir mit allem Schlechten hier an:

  • Der Public Transport ist furchtba. Auckland ist keine Stadt, Einwohnerzahl hin oder her! An Sonntagen kommt der Zug alle halbe Stunde. U-Bahnen gibt es gar nicht. Die letzten Züge fahren um 22 Uhr und es gibt dann nur noch ein paar Nachtbusse. Die Türen der Züge brauchen gefühlt eine Ewigkeit, bevor sie aufgehen.
  • Die meisten fahren daher mit dem Auto, d.h. es gibt relativ viel Verkehr und Abgase an jeder Ecke.
  • Einfach verglaste Fenster, kalte Häuser. Qualität wird halt überbewertet. Ein paar schlechte elektrische Heizungen.
  • Die Autofahrer sind es nicht gewohnt sich beim Abbiegen in eine Straße nach Fußgängern umzusehen, da scheint das Auto Vorfahrt zu haben. Jeder Neuseeländer würde zwar ohne zu schimpfen anhalten, aber ich würde es lieber nicht riskieren und mich immer brav umsehen wie die anderen Fußgänger.
  • Fußgängerampeln müssen immer erst gedrückt werden, d.h. die Wahrscheinlichkeit ineffizient eine Straße zu überqueren ist relativ hoch (,wenn davor noch keiner gedrückt hat).
  • Viel Regen.
  • Nur weil es hier Palmen gibt, heißt das nicht, dass es warm ist. Es heißt nur, dass die Winter milder sind und die Palmen nicht erfrieren.
  • Gemüse und Milchprodukte sind sehr teuer im Supermarkt und sowas wie Quark kennen die hier nicht.
  • Die Low Budget Restaurantauswahl beschränkte sich bisher auf Burger, Fish & Chips und Asiatisch, was anderes findet man kaum. Naja, vielleicht noch diese gräßliche Domino’s Pizza für 5$.

 

Die Vorteile – da kann sich meine Heimat was abschauen:

  • In (nicht gehobenen) Restaurants wird normalerweise nicht erwartet, dass man ein Getränk dazu kauft. Leitungswasser und Gläser stehen auf der Theke – auch in Bars. Eine sehr lebensfreundliche Atmosphäre!
  • Meistens bestellt und bezahlt man sein Essen am Anfang an der Theke, dann wartet man bis es gebracht wird. Dieses Konzept hat sich in Deutschland leider noch nicht so durchgesetzt, aber ich finde es wesentlich angenehmer! Du bekommst dein Essen zügiger und gehst wann immer du lustig bist. Was der Deutsche an der Ineffizienz auf den Kellner zu warten bis er die Karte gereicht bekommt, bis er zuerst die Getränke bestellen kann, bis er das Essen bestellen kann, bis er nachbestellen kann, bis er nach der Rechnung verlangen kann und bis er endlich bezahlen darf so toll findet, kann ich nicht nachvollziehen.
  • Viele kostenlose öffentliche Toiletten. In Deutschland dagegen haben sich Sanifair und sonstige Bezahltoiletten auf Autobahnen bzw. in Innenstädten breit gemacht. Die Deutschen pinkeln jetzt nach dem “Pay as you go”-Prinzip, was sich negativ auf meine Lebensqualität auswirkt. Ist halt mein Problem, dass ich als Frau schlechter Alternativen finde als Männer. Die Priorität des Deutschen liegt leider beim Auto. Jeder zahlt Autobahnen indirekt über Steuergelder, unabhängig von der Nutzung. Aber pinkeln kostet. Wer sich dazu erdreistet seine Notdurft verrichten zu wollen, der soll gefälligst auch seinen Euro abdrücken.
  • Endlich wieder gutes Banana Bread aus dem Supermarkt, und das jeden Morgen, bis ich es vielleicht irgendwann nicht mehr sehen kann!
  • Authentisches asiatisches Essen in Hülle und Fülle! Liegt auch preislich meistens gut im Rahmen. Gut im Rahmen liegen auch die Food Courts, da schafft man es eigentlich immer nicht mehr als 13 NZD (etwa 7,90 Euro) pro Essen auszugeben.
  • Viel Natur haben wir bis jetzt nicht gesehen, aber die Vegetation der Parks und Vorgärten in Auckland ist hier unglaublich hübsch. Orangen-, Avocado-, Zitronenbäume, Palmen, regenwaldartige Gewächse, Farne und alles blüht gerade!
  • Ein paar wenige Ampeln im CBD gibt es, bei denen alle Fußgänger gleichzeitig grün bekommen, d.h. man kann auch schräg die Straße überqueren.
  • In sämtlichen Schwimmbädern gibt es ausnahmslos Schwimmerbahnen, die in Geschwindigkeiten kategorisiert sind. Jetzt bin ich endlich diesen lahmen im Wasser tobenden Pöbel los – endlich kein Staffelschwimmen mehr!
  • Es gibt hier kein Reinheitsgebot für das Bier. Zum Glück ist gerade kein Bayer in meiner Nähe, der mich dafür erschlagen würde, das als Vorteil zu sehen. Es macht die Bierkultur hier einfach vielfältiger. Da kann auch mal mit Rosenwasser gebrautes (oder gepanschtes) Sour-Beer aus dem Zapfhahn kommen. (Ich würde trotzdem nichts am deutschen Reinheitsgebot ändern.)
  • Kumera (Süßkartoffeln) in allen möglichen Sorten: red, orange und golden.

 

Meine Jobsuche war trotz unzähliger Bewerbungen und ein paar Vorstellungsgesprächen bisher sehr mühselig und viel schwieriger und langsamer als gedacht – doch mehr dazu bald.

Und es gibt unten schonmal eine Preview von unserem noch unausgebauten Campervan – auch dazu bald mehr.

 

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